schwarz - schwarz

 

martin woern, 1999

schwarz / schwarz B V

1999 20 ATyP

pigment, acryl, zellulose auf leinwand über holz,

40 x 40 cm in 2 teilen

 

 

die werkgruppe schwarz - schwarz

von chris popovic

 

 

 

fast unmerklich ist die kontrastspanne, wenn wörn ausschließlich zwei schwarze farben  parallel stellt.   während bei der früheren werkgruppe ungleichgewichte farbkontraste und ihre wirkung im mittelpunkt stehen, sind bei der werkgruppe schwarz/schwarz differenzen und farbtendenzen verschiedener schwarzer und dunkelgrauer farbtöne biidinhalt.   sämtliche reizeinflüsse bunter farben sind nun ausgeschaltet.

 

bei der werkgruppe schwarz/schwarz a sind der schwarze und dunkelgraue grund im zentrum noch wechselseitig invers verzahnt und geraten auch die ungleich dunklen farbfelder in bewegung, dort und an der mittelachse finden überstrahlungen statt.

 

bei der werkgruppe schwarz/schwarz b hingegen wird wörn bei seinem schaffen noch radikaler und beschränkt sich auf zwei rechteckpaare mit unterschiedlichem schwarz bzw. grau, beide hochformatig nebeneinander liegend.   der künstler verzichtet nun auf die verzahnung im zentrum und kommt zur schlichten paarbildung.   um die nuancen von schwarz zu vergleichen, greift wörn auf pigmente wie rebschwarz,  beinschwarz aus knochen,  spinellschwarz,  elfenbeinschwarz,  eisenoxidschwarz, flammruß, manganschwarz, graphit-schwarzpuder und holzkohlemehl  zurück.   wörn interessiert sich in dieser reihe dafür, welche konsistenz, welche oberfläche oder welche textur dem jeweiligen pigment eigen ist.   diese serie ist ganz pigmentbezogen. wörn spürt die spezielle farbigkeit des schwarzen pigments auf, findet heraus, dass beispielsweise bister rötlich ist, ein anderes schwarz ins blau tendiert, dass flammruß und beinschwarz unterschiedliche texturen aufgrund des pigments zeigen.   die farbempfindungen werden in dieser reihe noch subtiler.   im bereich der mittelachse entwickelt sich das schwarz zu einem „farbigen“ schwarz.   mit diesen zweigeteilten bildern begibt sich wörn in einen grenzbereich der wahrnehmung auf der ständigen suche nach endgültigen erkenntnissen im bereich der farbwirkung.

 

 

 

 

 

martin woern, 1999

schwarz / schwarz B VII

1999 22 ATyP

pigment, acryl, zellulose auf leinwand über holz,

40 x 40 cm in 2 teilen

weitere werkgruppen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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