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die werkgruppe ungleichgewichte

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die lineare symmetrie um eine zentrale senkrechte mittelachse wird durch die setzung der farben aufgehoben, das ungleichgewicht entsteht. häufig steht dann eine helle gegen eine dunkle form, wechselseitig invers sind zentrum und grund. die symmetrische form ist ein mittel zur konzentration und ruhe, die stille form verweist auf die farben und ihren wechselbezug. die geometrischen formen sind nicht selbstzweck, sondern vehikel, gestaltungsrahmen. die konstruktion dient der klärung.

die farben des grundes, der ausschließlich in grau- und schwarztönen als rahmen des zentrums erscheint, sind farbig neutral und bestimmend für den gesamteindruck der werkgruppe. die farbe ,,grenzt nach außen ab“, sagt wörn. ein vergleich der grau- und schwarztöne untereinander zeigt deren feindifferenzierung zwischen hell und dunkel, kalt und warm, bräunlich, grünlich, rötlich. die kontrastspanne kann groß, sogar sehr groß sein oder minimal bis zur wahrnehmungsschwelle.

das zentrum dagegen ist der fokus, das aktionsfeld starker, intensiver kontraste bunter farben bis hin zu komplementärpaaren: rot-grün, blau-orange, violett-gelb. gelegentlich sind die farbpaare bewusst neben der genauen komplementarität. aber auch andere farbpaare tauchen auf: blaugrün-gelbgrün, rot-gelb und vergleichbares. die zentren sind die ,,brennkammern“, die ,,ungleichgewichte in bewegung“, wie wörn sagt, immer in korrespondenz zum grund, zum rahmen. ...

die oberflächen sind von nicht mehr beschreibbarer subtilität, zart, samtig bis leicht glänzend, fest oder wie hingehaucht, es sind bestandteile einer sicht- und tastbaren wirklichkeit. farbe und oberfläche der farbe sind empfindungs- und ausdruckswerte: sehen wird zum eigentlichen thema.
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aus katalog: farbe konkret - martin wörn, 2002: peter staechelin: die werkgruppe ungleichgewichte